Stressfaktor Lärm
Auf Dauer kann Lärm krank machen, da sind Ärzte und Wissenschaftler weitestgehend einer Meinung. Einig sind sie sich nicht darüber, wie hoch die akustische Belastung sein muss und über welchen Zeitraum störende Geräusche auf den Menschen einwirken müssen, damit es zu ernstzunehmenden gesundheitlichen Schäden kommen kann. Dabei ist vor allem die Rede von Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, kognitiven Einschränkungen, Schlafstörungen und Depression.

Lärm bedeutet Stress für den Organismus. Dieser führt zur Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol oder Adrenalin, die den Körper in Alarmbereitschaft versetzen. Es folgen Blutdruckanstieg, eine steigende Herz- und Atemfrequenz, vermehrte Muskelspannung, Erhöhung des Blutzuckerspiegels und Beeinträchtigung des Immunsystems. In welchem Maße eine solche Stressreaktion im Körper bei Lärm stattfindet, hängt zum großen Teil von individuellen körperlichen Voraussetzungen und der Einstellung zur Lärmquelle ab. Klar ist aber, der Körper reagiert auch auf Geräusche, wenn sie, wie beispielsweise während des Schlafs, nicht bewusst wahrgenommen werden. Dass man die Ohren nicht einfach zuklappen kann, hat seinen Sinn: Geräusche sollen vor dem warnen, was man nicht sehen, fühlen oder riechen kann.
"Lärm wird von Menschen gemacht, und stören tut immer der Lärm der anderen": Das Problem ist das fehlende "Lärmbewusstsein". So gut wie nie höre man etwa, dass jemand das Auto nicht nehme, weil es zu viel Krach mache. Es gibt kein Umweltgift, das aufgrund von wirtschaftlichen oder persönlichen Interessen so akzeptiert wird wie der Lärm.
Links
Texte "Lärmbekämpfung - warum nicht?" und "Lärm: Last oder Lust?" aus "Lärm" (Cercle Bruit, 1998)
Umwelt: Ruhe schützen (Bundesamt für Umwelt BAFU, 2013)