Klang und Klanglandschaft

Es wird so viel von Lärm gesprochen - es kann dabei ganz vergessen gehen, dass Schall und Lärm nicht dasselbe sind. Schall muss daher in seinem nicht-physikalischen Wesen, in seiner Bedeutung für den Menschen als 'Klang' verstanden und behandelt werden.

Klang

Alle Menschen empfinden Lärm als Stress, er ist also zu minimieren oder wenn möglich ganz zu vermeiden. Doch ist es Stille, die der Mensch anstrebt?

Ein reflexionsarmer - auch 'schalltoter' - Raum wird sehr schnell als unnatürlich empfunden. Alleingelassen, kann ein Mensch in einer solchen Umgebung aufgrund von Reizarmut psychische Probleme entwickeln. Totale Stille kann also kein erstrebenswertes Ziel sein.

Man kommt damit zum Schluss, dass der optimale Bereich zwischen Stille und Lärm liegt. Der Schall wird da zu 'Klang' - er trägt eine Bedeutung, erlaubt Rückschlüsse auf die Umgebung, formt zusammen mit anderen Klängen eine Klanglandschaft.

Klanglandschaft

Klanglandschaften sind ein wichtiger Bestandteil unserer Umgebung - sie werden aber kaum je als solche wahrgenommen, weil die meisten Menschen primär auf die visuelle Wahrnehmung achten. Wie sehr unser Gehör uns in einer Klanglandschaft verankert, wie sehr diese zur Orientierung und zum Wohlbefinden beiträgt, wird oft erst bemerkt, wenn sie stark verändert oder gar zerstört wurde.

Schaffhauserplatz, Zürich. Dieser Strassenraum ist nicht nur visuell sehr divers, auch akustisch ist eine vielfältige, auf kurze Strecke stark variierende Klanglandschaft zu bemerken.

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Es sind verschiedene Dinge, die hier einen Einfluss haben:

  • Verkehr: öffentlich und privat, motorisiert, elektrifiziert oder durch reine Muskelkraft angetrieben, leise und laut
  • Aktivitätsnischen: Café, Supermarkt, öffentliche Gebäude, Haltestellen des öV...
  • Kleinobjekte: Brunnen, Mauern, Bäume, Kultursäulen, Zeitungsständer...