Strategien

Das Resultat der Standortbeurteilung kann auf verschiedene Weise weiterverwendet werden. Welche Strategien es gibt, wird in diesem Abschnitt erläutert.

Konzeptionelle Herangehensweisen

Bei der Planung einer Lärmwand stehen verschiedene Strategien offen. So ist es möglich, das Problem anlageorientiert anzugehen – z.B. bei einer längeren Eisenbahnstrecke, die lärmsaniert werden muss. Dieser Ansatz wird zu einem sehr einheitlichen, jedoch kaum an die angrenzenden Siedlungsräume angepassten Erscheinungsbild führen.

Beispiel einer der Bebauung kaum angepassten und über eine lange Strecke sehr einheitlich geführten, dadurch monoton wirkenden Lärmmauer. Anzumerken ist allerdings, dass sie sich am Siedlungsaussenrand befindet und daher das Ortsbild nicht im selben Mass beeinflusst wie eine Lärmschutz-Massnahme innerorts.

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Genau umgekehrt verhält es sich bei einer Orientierung an den Gebäuden – das Resultat ist uneinheitlich und tendenziell chaotisch, das Ortsbild ist um ein sehr unruhiges Element erweitert worden.

Beispiel einer extrem uneinheitlich ausgeführten Lärmwand - 4 verschiedene Gestaltungen auf einer Länge von kaum 20 Metern, ohne jegliche Übergangszone. Ein solches Resultat ist auf jeden Fall zu vermeiden.

Die Lösung dieses Problems ist die raumorientierte Betrachtungsweise: Statt sich auf einzelne Elemente des Strassenraums zu konzentrieren, wird dieser als ganzer analysiert. Richtige Handhabung vorausgesetzt, ist das Resultat stimmig und siedlungsverträglich.

Beispiel einer raumbezogen geplanten Lärmwand. Besonders positiv zu vermerken ist die Abstimmung in Farbe und Material auf die bestehende Bebauung, es entsteht dadurch auch ein Bezug auf das nicht direkt mit der Lärmwand verbundene Haus am Ende der Strasse. Solche Lärmwände sind allerdings erst ab einem gewissen Abstand zum Ortskern vertretbar.

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Strassenraumgestaltung?

Der Strassenraum muss als räumliche Einheit gesehen werden, Gestaltung in diesem Raum beinhaltet daher die Vernetzung von Alt und Neu. Dabei muss einerseits das Vorhandene respektiert, auf bestehende Raumbilder und Qualitäten Rücksicht genommen werden, andererseits muss der Eingriff mit zeigenössischen Mitteln erfolgen. Allgemein sind einfache, klare, ortsbezogene Interventionen einer Vielzahl kleinerer, eventuell unzusammenhängender Eingriffe vorzuziehen. Wie so oft, gilt auch hier das Prinzip: weniger ist mehr.

Dies bedeutet auch, dass sich Lärmwände gestalterisch unterzuordnen haben - sie sind nicht als identitätsstiftende Elemente zu konzipieren. Dementsprechend sind Inszenierungen und Kunst am Bau in der Regel fehl am Platz. Dennoch kann bei sehr heterogenen Strassenräumen durch eine vereinheitlichende Material- und Oberflächenwahl und eine ruhige Gliederung der Lärmwand eine gestalterische Klärung erreicht werden.