Begrünung

Pflanzen können die Siedlungsverträglichkeit einer Lärmwand massiv erhöhen und somit bei der Integration in das Ortsbild helfen - haben also eine eher psychologische Wirkung und erhöhen die Akzeptanz einer Lärmwand. Aus akustischer Sicht ist die Bepflanzung jedoch schlechter.

Planung

Das Resultat einer Bepflanzung muss organisch und natürlich wirken. Erzielt wird dies am einfachsten mit freistehenden, über längere Abschnitte fortgeführten Bepflanzungen, die selbst gut zum Siedlungsraum passen – beispielsweise längere strassenbegleitende, beidseitig geführte Baumreihen beim Ortseingang. Es ist eine gewisse 'Selbstverständlichkeit' der Bepflanzung anzustreben; sie sollte unaufgeregt, aber auch nicht allzu regelmässig wirken.

Wichtig ist die Wahl immergrüner Pflanzenarten. Andernfalls kann es dazu kommen, dass die Bepflanzung die Hälfte des Jahre braun aussieht und sehr unansehnlich wirkt. Dies ist der Integration ins Siedlungsbild dann hinderlich, statt sie zu fördern.

Bäume können eine freundlichere Atmosphäre schaffen. Jedoch werden in diesem Beispiel die Bäume durch die Nischen versteckt, sodass die Bepflanzung im Hintergrund steht.

(Zur Vergrösserung auf das Bild klicken)
Beispiel einer Beton-Lärmwand. Die Begrünung fällt auf Grund ihrer Kargheit eher noch gesondert auf, als dass die ansonsten sehr anonyme Standard-Wand vom Typ SBB-Lärmschutz dadurch optisch verbessert würde.

(Zur Vergrösserung auf das Bild klicken)
Gegenbeispiel einer stark begrünten Betonlärmwand. Die Gestaltung ist hier auch andersweitig besser gelungen, da keine so prominente Höhengliederung vorhanden ist.

(Zur Vergrösserung auf das Bild klicken)
Lärmwand in Mauerwerk-/Holz-Kombination. Die Integration ins Siedlungsbild ist einerseits durch die an die Bebauung angepasste Gestaltung der Wand selbst gegeben, wird aber deutlich unterstützt durch die vielseitige Begrünung, die zum Bewuchs hinter und dem Gras vor der Wand passt.

(Zur Vergrösserung auf das Bild klicken)

Bei Bäumen kommt ein weiterer Punkt hinzu: die Verkehrssicherheit. Gemäss VSS-Norm müssen die Risiken von festen Hindernissen entlang Strassen konsequent minimiert werden. Dies betrifft einerseits die einzuhaltenden Sichtwinkel bei Ausfahrten, Einmündungen und Fussgängerstreifen, andererseits Bäume entlang Strassen. Zusätzlich muss auch das Risiko einer Schallpegelerhöhung durch Reflexionen an Baumkronen beachtet werden (siehe 'Reflexionen an Bäumen' im Abschnitt Analyse).

Platzbedarf

Es sind ein genügend grosser Wurzelraum und eine grosszügige offener Platz für die Bäume auszubilden. Hecken benötigen mindestens einen Meter Abstand von einer Lärmschutzwand, Kletterpflanzen etwas weniger, während es bei Bäumen stark von der Art abhängig ist. Je nach Kanton / Gemeinde sind Abstände auch verbindlich geregelt.

In Betracht zu ziehen ist auch der Wasserbedarf - die Begrünung benötigt eine dem Verbrauch entsprechende nicht versiegelte Fläche, da ansonsten eine Bewässerung notwendig würde. Gut zu beobachten ist das Problem bei steilen Erddämmen. In der Theorie können diese gut begrünt werden, in der Praxis jedoch fehlt im oberen Teil des Damms häufig Wasser und die Pflanzen vertrocknen.

Aber nicht nur der unterirdische Platzbedarf muss bedacht werden, sondern auch der oberirdische - vor allem derjenige von Bäumen. Das Lichtraumprofil der Strasse darf nicht beeinträchtigt werden. Auch nicht im Moment des Anpflanzens, sondern auch später nicht. Übermässiger Aufwand z.B. zum Zurückschneiden kann somit bei richtiger Planung vermieden werden.

Beispiel einer stark bewachsenen Beton-Lärmwand. Der hohe Platzbedarf vor allem für die Bäume ist klar zu erkennen.

(Zur Vergrösserung auf das Bild klicken)

Unterhalt

Pflanzen bedeuten eine nicht vernachlässigbare Kontroll- und Unterhaltsarbeit. Bei Hecken z.B. muss mit 1 – 3 Schnitten pro Jahr gerechnet werden. Bei Bäumen besteht die Gefahr herabstürzender Äste, besonders bei Sturm.

Ökologischer Nutzen

Je grösser die Ausdehnung, je dichter der Pflanzenbewuchs, umso vielfältiger werden die dabei entstehenden Lebensräume für Tiere - der ökologische Wert steigt.

Links

Lärminfo 9: Siedlungsverträgliche Lärmschutzwände - Welche Gestaltungmittel stehen zur Verfügung? (Ausschnitt, Fachstelle Lärmschutz Kanton Zürich, 2009)