Lösungen ohne Wand

Welche möglichen Massnahmen zur Reduktion des voraussichtlich herrschenden Schallpegels gibt es bei geplanter Bebauung? Diese Optionen sind auf alle Fälle der Errichtung einer Lärmwand vorzuziehen, da diese lediglich Sanierungsmassnahmen darstellen und somit nicht von Anfang eingeplant werden sollten.

Geschickt Bauen im Lärm

Es gibt verschiedene Möglichkeiten in lärmbelasteten Gebieten neue Wohngebäude lärmschutzoptimiert zu erstellen. Mitten im Siedlungsgebiet sind neben den klassischen Lärmschutzmassnahmen vor allem Lösungen gefragt, welche auch bezüglich Siedlungsbild und Städtebau verträglich sind.

Eine einfache Massnahme ist die Abstandsvergrösserung zwischen Fenstern von lärmempfindlichen Räumen und der Lärmquelle. Jedoch ist dieses Vorgehen nur dann zweckmässig, wenn genügend Platz vorhanden ist (z.B. ausserorts). Im Innerortsbereich führt eine grössere Distanz zur Lärmquelle vorab zu verlärmtem Abstandsgrün.
Legende: rote Fassadenteile überschreiten die Grenzwerte, grüne halten sie ein.

Eine weitere Massnahme besteht in der lärmabgewandten Anordnung der Wohnungsgrundrisse. Lärmunempfindliche Räume wie Nasszellen und Erschliessung werden zur Quelle hin orientiert; Wohn- und Schlafbereich werden zur ruhigen Seite hin angeordnet. Dieses Vorgehen ist jedoch nur dann zweckmässig und auch sinnvoll, wenn keine städtebaulichen Anforderungen bestehen, d.h. bei Bahnlinien und Autobahnen.

Entlang von Strassen im Siedlungsraum führt diese Massnahme jedoch zu städtebaulich unbefriedigenden Situationen. Das Gebäude zeigt dem öffentlichen Raum seine kalte Schulter und die Strasse verliert ihren Charakter als öffentlicher Raum und wird zum Verkehrsträger.

Mit einer lärmoptimierten Anordnung der Nutzungen kann die städtebauliche Qualität erhalten und trotzdem das Wohnumfeld vor Lärm geschützt werden. Wo immer möglich soll das Gewerbe an die Strasse zu liegen kommen, während sich die Wohnungen im Schutz dieses baulichen Riegels befinden.

 

Lüftungsfensterpraxis:

Um nicht nur auf fensterlose Fassaden zu stossen, können die Wohnräume so angeordnet werden, dass sie über lärmabgewandte Fenster verfügen. So wirkt die Fassade einiges freundlicher und stösst städtebaulich auf Akzeptanz.

Fenster an lärmexponierten Fassaden sind in vielen Kantonen zulässig, sofern auf der lärmabgewandten Seite unter Einhaltung der Grenzwerte gelüftet werden kann.