Wand mit Zusatznutzen

Welcher zusätzlicher Nutzen kann eine Lärmwand ermöglichen und wie kann diese in einer bestehenden Bebauung gut eingegliedert werden?

Kleinbauten

Um lärmbelastete, zur Strasse offene Aussenräume zu schützen, können auch auf die strassenabgewandte Seite ausgerichtete bestehende Kleinbauten benutzt bzw. neue errichtet werden – geeignet ist z.B. ein Aufenthaltsraum, Schopf, Unterstand oder Gartenhäuschen. Wichtig ist dabei die gute Integration: die Idee ist nicht, z.B. einen Unterstand innen an eine Lärmwand anzubauen, sondern die Struktur aufzubrechen und eine Kombination des Unterstandes mit Zwischenmauern zu erstellen, ohne dass diese als solche klar erkenntlich sind. Derartige Lärmschutzmassnahmen sind wesentlich siedlungsverträglicher, da zur Strasse hin an die umgebende Bebauung angepasst und nicht direkt als Lärmschutzmassnahme erkennbar. Zudem werden solche Kleinbauten noch bei Bauhöhen als positiv wahrgenommen, bei denen monofunktionale Lärmwände bedrohlich und überwältigend wirken, z.B. 2.5 bis 3.5 m.

Beispiel einer Wand aus Beton und Glas mit Metall-Abschirmungen, die mit Nebengebäuden kombiniert wurde.

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Konzeptionell ist die Umsetzung hier gut gelungen, die Ausgestaltung hingegen heben sich die Mauersegmente zu sehr von den Wänden der Schuppen ab und sind somit immer noch explizit als 'Lärmwand' zu erkennen. Zudem ist beispielsweise die Höhenabstufung in der Mitte unnötig, da bereits eine ausreichende Längengliederung besteht.

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Hier wurde die Chance verpasst, statt des Unterstands mit der davorliegenden Wand den Unterstand selbst als Lärmwand zu benutzen. Zusätzlich ist zwischen Sockel und Wand ein Abstand zu erkennen, der die Wirksamkeit bezogen auf den Schallschutz verringert.

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Hier weicht die Lärmwand zwar ein wenig zurück, um Platz für die Bushaltestelle zu machen. Dennoch wirkt diese eher angebaut als integriert - das hätte an dieser Stelle besser gelöst werden können und wäre dem Siedlungsbild sehr zuträglich gewesen.

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