Lärmschutzmassnahmen

Lärmschutzwände und Schallschutzfenster sind statische Massnahmen und bekämpfen die zunehmenden Symptome der Mobilität. Schutz vor Strassenlärm packt das Übel auch an der Wurzel, also den Lärm an seiner Quelle. Lärmschutz ist eine Querschnittaufgabe mit Ansätzen in ganz unterschiedlichen Bereichen, mit klarer Prioritätenfolge.

Strategien zum Lärmschutz, von lärmbewusster Verkehrspolitik, über Raumplanung und Emissionsreduktion bis hin zu Schallschutzmassnahmen wie Wände oder Fenster.

1. Raumordnungs- und Verkehrspolitik

Ziel: Verkehr reduzieren und auf lärmarme Verkehrsmittel verlagern.

  • Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Erholen einander näher bringen
  • Verlagerung der Mobilität auf den öffentlichen Verkehr und den Fuss- und Veloverkehr
  • Mobilitätsmanagement mit Lenkungsmassnahmen unterstützen
  • Nachtfahrverbot der Lastwagen

Links

Lärmschutz in der kommunalen Richtplanung
Lärmschutz in der Nutzungsplanung
Siedlungsentwicklung steuern
Öffentlichen Verkehr attraktiver machen
Velo- & Fussverkehr fördern
Lärminfo 9: Siedlungsverträgliche Lärmschutzwände - Lärmschutz an Staatsstrassen: eine anspruchsvolle Aufgabe (Ausschnitt)
Lärminfo 14: Lärmschutz in der kommunalen Richtplanung

2. Raumplanerische Massnahmen

Ziel: Wo möglich, wird der Verkehr dortin gelenkt, wo sein Lärm weniger stört.

  • Der Verkehr wird auf Strassen mit wenig angrenzender Wohnnutzung geführt und entlang lauter Strassen wird gewerbliche Nutzung favorisiert.
  • Der Durchgangsverkehr wird auf das übergeordnete Strassennetz gelenkt.
  • Standortplanung für Einkaufszentren
  • Umfahrungsstrassen werden nur bei hohem Anteil von Durchgangsverkehr vorgesehen: Eine Halbierung des empfundenen Lärms kann nur erreicht werden, wenn der Verkehr auf 10 Prozent reduziert werden kann. Dies ist nur bei hohem Transit- und geringem Binnenverkehr möglich.

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Strassenverkehr lenken

3. Massnahmen an der Lärmquelle

Ziel: Der motorisierte Verkehr soll möglichst leise gemacht werden.

  • Geschwindigkeitsreduktionen und Verkehrsberuhigung führen zu Lärmreduktion und gleichmässigerem Verkehrsfluss
  • Niedertouriges Fahren ist ruhiger.
  • Leise Fahrzeuge, Reifen und Strassenbeläge propagieren.
Verkehrsberuhigte Zone - Aufpflästerungen, breite, offene und freundliche Begegnungszone ohne klare Abtrennung der vom motorisierten Verkehr zu befahrenden Fläche.

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Strassenverkehr beruhigen
Lärmarme Beläge

4. Massnahmen auf dem Ausbreitungsweg

Ziel: Schallausbreitung reduzieren. Mit Lärmschutzwänden und Lärmschutzdämmen werden Wohnräume und Wohnumfeld geschützt.

Die verschiedenen zu berücksichtigenden Aspekte werden auf dieser Webseite ausführlich besprochen, ebenso wie mögliche Alternativen.

5. Massnahmen am Gebäude

Fenster von lärmempfindlichen Räume werden bevorzugt auf der lärmabgewandten Seite platziert.

Massnahmen am Gebäude (Ansicht von der Strasse her)
Riegel mit lärmabgewandter Orientierung - aus Lärmsicht sehr gut, jedoch städtebaulich heikel, da die Fassade sehr abweisend wirken kann. In diesem Fall wurde das mittels Begrünung und einer interessanten Fassade grösstenteils vermieden.

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Massnahmen am Gebäude (Ansicht vom Innenhof her)
Nach innen jedoch entsteht ein ruhiger Innenhof mit einer Grünzone, in der beispielsweise Kinder gefahrenlos und ohne Lärmbelästigung spielen können.

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Massnahmen am Gebäude (Beispiel Schlieren)
Schlafräume lärmabgewandt, Wohnzimmer durchgehend, jedoch mit lärmabgewandter Lüftungsmöglichkeit

6. Schallschutzfenster

Grundsätzlich müssen Grenzwerte in Wohnräumen am offenen Fenster eingehalten werden. Bezüglich Lärm ist das offene Fenster ein Stellvertreter für das Wohnumfeld und dessen Ruhequalität. Schallschutzfenster und Lüftungen wirken nicht am offenen Fenster und sind deshalb in der Lärmbekämpfung nur eine Ersatzmassnahme.

Schallschutzfenster werden meistens bei der Lärmsanierung von bestimmten Gebäuden eingesetzt.

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Ersatzmassnahme Schallschutzfenster